Geschichte des Clubs

Der Welsh Coast Motor Cycle Club Swansea wurde in den späten 50er Jahren in Porthcawl, einer kleinen Hafenstadt einige Meilen östlich von Swansea in Wales, zunächst als "rocker's club" (das ist nicht das, was man hierzulande darunter versteht) gegründet. Man traf sich dort im Pub "Knight's Arms". In den frühen 70ern zog der Club nach einem Streit mit dem Wirt in's "New Brogden" um, ebenfalls in Porthcawl. Zu dieser Zeit wandelte sich der Club von einem "rocker's club" in einen "rally club". Im Januar 1976 veranstaltete der Club seine erste Rally in Bridgend, Süd-Wales. 1979 war ein schlechtes Jahr, der Club wäre beinahe eingegangen. Aber einige vom "harten Kern" beschlossen dann, nach Swansea umzuziehen, und seitdem geht es ununterbrochen aufwärts. Einer dieser drei, John, ist dem Club bis heute treu geblieben. Ein anderer, Dai, kam 1998 bei einem Motorradunfall auf dem Weg zum Treffen der niederländischen Sektion um's Leben. Die Spuren des Dritten verlieren sich im Dunkel der Geschichte. 1978 veranstaltete der Club sein erstes Treffen, einige Jahre später auch das erste Wintertreffen. Seitdem veranstaltet der Club traditionell 2 Treffen jährlich, und zwar im Juni und im November.

1986 wurde die niederländische Sektion gegründet und ist seitdem fester Bestandteil der dortigen Club-Szene. Die niederländischen Mitglieder wohnen über das ganze Land verteilt. Welsh Coast M.C.C. Isalmaen (Das bedeutet "Niederlande" in walisischer Sprache) veranstaltet jährlich im September seine "Clog's Rally". 1999 wurde Welsh Coast Norwegen und 2000 Welsh Coast Irland gegründet. Irgendwann gab es auch mal die Sektionen Belgien und Luxemburg aber diese hatten nicht lange Bestand.

Irgendwann so um 1990 herum waren Balzi und Werner bei einer Clubhaus-Party eines örtlichen Motorradclubs direkt an der holländischen Grenze. Und als sie dort nichtsahnend ihr Bier abpumpten, fiel ihnen plötzlich ein sehr exotisches Rückenabzeichen auf. Darauf waren eine seltsame rote Figur und ein Name zu sehen: Welsh Coast M. C. C. Swansea.

Im Unterscheiden von Nummernschildern waren sie damals noch nicht so geübt, jedoch war ihnen draussen auf dem Parkplatz bereits ein Motorrad mit gelbem Kennzeichen aufgefallen, und so waren sie voller Respekt über diesen Hartgesottenen, der bei lausig kaltem und nebligem Winterwetter diese weite Tour gewagt hatte. Man sagte dann mal Prost, aber ansonsten ergab sich an diesem Abend kein näherer Kontakt. Heute wissen sie: der Kerl heisst Peter, ist bei Welsh Coast NL, wohnt direkt jenseits der Grenze und war an diesem Abend mit dem Fahrrad da.

Enige Zeit später lernten sie in ihrer Gegend ein nettes Mädchen kennen, und die Gute erzählte dann, dass sie recht gute Kontakte zu einem Club aus Wales hätte, von dem es auch einen Ableger in Holland gäbe. Das war Anette, und es handelte sich um genau diesen Welsh Coast M. C. C. Von Anette bekam Werner dann eine Kopie der Einladung zur Clog's Rally 1991. Balzi hatte keine Zeit oder keine Lust, also fuhr Werner mit einem anderen Kumpel hin, und war auf das Angenehmste überrascht. Es war ein überaus herzliches Willkommen, obwohl er dort niemanden kannte. Niemand fragte, woher er käme und was er denn dort wollte. Sie fragten nur nach seinem Namen, damit sie wussten, wie sie ihn ansprechen sollten, und dann gehörte er zur Party wie jeder andere auch. Ausser den Holländern waren zahlreiche Leute aus Wales da, aber auch viele Norweger, Belgier und Deutsche, es war wohl der bunteste Haufen, den Werner je bei einer Motorradparty gesehen hatte, und das Wochenende ging viel zu schnell herum. Als er nach Hause kam, wusste Werner bereits, dass er hier ein neues Kapitel in seinem Motorradleben aufgeschlagen hatte. Er hat sich dann in der Folgezeit stets bemüht, zumindest zum niederländischen Zweig einen guten Kontakt zu halten, und es war sehr schnell klar, dass er irgendwann mal diesem Haufen beitreten wollte.

Im Juli 1994 beim Treffen des MC Hoeselt in Belgien gaben sich Balzi, Pino und Werner die Hand und vereinbarten, nun auch in Deutschland eine Sektion des Welsh Coast M. C. C. aufzubauen. Pino war, obwohl in Deutschland lebend, schon länger Mitglied in Holland, und Balzi und Werner traten im Oktober 1994 zunächst dem niederländischen Club bei. Im Winter 1994/1995 beschlossen sie dann, die Osterparty, welche bis dahin ein zwangloses Camping-Wochenende der Club-Mitglieder, gewesen war, in Deutschland organisiert durchzuführen. Dies sollte der Startschuss für die neue selbständige Sektion Deutschland werden.

Gesagt, getan, es wurde ein geeigneter Campingplatz gefunden, und die anderen Sektionen und gute Freunde aus Deutschland und Europa eingeladen. Sie rechneten Alles in Allem mit etwa 40 Teilnehmern. Trotz winterlicher Temperaturen kamen zur Osterparty 1995 insgesamt 55 (fünfundfünfzig) gezählte Gäste aus 5 verschiedenen Nationen, alle mit dem Motorrad, die von den drei Gründern und der mittlerweile dazugestossenen Tina P. von Karfreitag bis Ostermontag rund um die Uhr versorgt wurden. Am Freitag wurde von ihnen und den Gästen das Konfetti-Trinken erfunden, und das geht so: Jeder hatte natürlich eine Flasche mit alkoholischen Erzeugnissen seines Landes dabei, und jede Flasche bzw. der Inhalt hatte eine andere Farbe, und jede Flasche ging reihum. Hochinteressant, besonders zu fortgeschrittener Stunde! Weil sie sich mit dem Bier mangels Erfahrung völlig verkalkuliert hatten, mussten sie am Samstag den nächstgelegenen Aldi restlos leer kaufen. Das Bierzelt mass 3 x 6 m, so dass sich sogar etwa die Hälfte von den Leuten beim vorherrschenden Schneeregen unterstellen konnte! Herrjeh, was hatten sie sich  den Arsch aufgerissen. Aber alle hatten eine Menge Spass, Werner, Balzi & Co hatten das stressigste Wochenende ihres Lebens, aber dafür auch eines der besten, und sie konnten sich am Oster-Montag mit Fug und Recht gegenseitig auf die Schulter klopfen. Tja, so fing alles an.Seitdem sind wir langsam, aber stetig gewachsen.

Im Mai 1995 lernte Werner zufällig Heinz und Wigbert von den Motorradfreunden Total Normal kennen und erfuhr bei dieser Gelegenheit, dass diese ein Clubhaus besässen und dieses unter Umständen wohl auch für Veranstaltungen anderer Clubs zur Verfügung stellen würden. Sie fuhren natürlich hin, um es sich anzusehen, und kamen überein, die Osterparty 1996 dort abzuhalten. So fand die Osterparty zum ersten Mal auf dem Potzenhof statt, damals noch nicht in der Halle, sondern im Clubraum von Total Normal. Es kamen in etwa soviele Gäste wie im Jahr davor, aber durch die örtlichen Gegebenheiten war es nicht ganz so stressig wie im Jahr davor. Bei dieser Party wurde Pascal getauft und war dann für einige Jahre unser jüngstes Mitglied ("Nesthäkchen" hörte er nicht so gerne).

Von da an entwickelte sich zwischen Welsh Coast und Total Normal eine richtig gute Freundschaft, bis bis heute anhält. 1997 fand die Party zum ersten Mal in der Halle statt, von der wir hierfür einen Teil abgetrennt hatten, und es gab zum ersten Mal Live-Musik. Am Samstagabend waren ca. 150 Leute da, Berni und Sabine gehörten mittlerweile zu uns, Stoffel bekam seine Taufe, und es war eine Super-Party.

1998 benutzten wir zum ersten Mal den hinteren Teil der Halle, weil wir mit reichlicher Beteiligung rechneten und dort mehr Platz hatten. Mittlerweile war Markus auch Mitglied bei uns. Der Ansturm der Gäste war so gewaltig, dass wir am frühen Samstagabend bereits restlos leergefressen waren. Zum Glück haben wir einen flexiblen Getränkelieferanten, dem an dieser Stelle endlich mal die verdiente Anerkennung ausgesprochen werden soll. Bei dieser Party spielten zum ersten Mal die Prisoners aus Kassel, die es seitdem bei jeder Oster-Party richtig krachenliessen.

Wir beschlossen, den Rahmen der Oster-Party 1998 zum Standard zu machen, und diesen zu halten, ist uns bis heute auch gelungen. Auch besitzen wir mittlerweile die notwendige Ausrüstung, um einige hundert Leute 3 Tage rund um die Uhr mit Speis und Trank zu versorgen. Die Oster-Party 2001 endete mit einer Sensation: es war noch eine Kleinigkeit zu essen da!

Im August 2000 veranstalteten alle Sektionen gemeinsam in Wales die Millennium Rally. Die Vorbereitungen betrugen ca. 2 Jahre, und die Koordination war, weil über verschiedene Länder verteilt, nicht ganz einfach. Aber wir haben es gut hingekriegt, die Rally war ein voller Erfolg. Eine grossartige Erfahrung für alle Beteiligten war die Zusammenarbeit mit den anderen Sektionen, die gemeinsame Arbeit hat uns gut zusammengeschweisst, und es hat uns allen einen Riesenspass gemacht, wie überhaupt die internationalen Kontakte zum Besten gehören, das unser doch etwas spezielles Clubleben mit sich bringt.

Seitdem sind auch schon wieder einige Jahre mit vielen geilen Partys ins Land gezogen.

Hervorzuheben ist sicherlich die 30. Summerrally von unserem Mutterclub in Swansea 2006. Da wir damals unbedingt gemeinsam mit unseren Freunden hinfahren wollten, kam aus Kostengründen nur ein Bus in Frage. Natürlich mußten wir uns einiges dazu anhören bzgl. Motorradfahren usw. !! Aber: Keiner mußte fahren und einige konnten am Eurotunnel bereits vor lauter Suff nicht mehr laufen. Das war mal richtig geil. Ne eigene fahrende Kneipe !!! 

Mittlerweile besitzt der Club Zweige in mehreren europäischen Ländern: Wales (Ursprung), Niederlande (1985), Deutschland (1995), Norwegen (1998) und Irland (2000).

Wie bei den meisten Clubs hat sich in der Vergangenheit immer sehr viel getan und unser Club mußte viele Höhen und Tiefen erleben. Mitglieder kamen und gingen aber im Grunde ist der harte Kern immer zusammen geblieben. Wer uns kennen lernt, wird den überaus freundschaftlichen Umgang miteinander erleben und egal aus welcher Nation wir auch stammen; Wir sind eine Family !!!