Dezember 2008

"Wasserschaden, Motörhead, Bröckchenhusten und

Wodka-Cola-Falle!"

Autor : Jens


Vor nicht allzulanger Zeit, fragte mich der liebe Mecki vom MC Defenders Schwaben, ob ich nicht Bock hätte mit zum Motörheadkonzert nach Stuttgart zu fahren. Da ich die vorher noch nie gesehen hatte, sagte ich natürlich spontan und begeistert zu. Was ich natürlich nicht bedacht hatte, war das die ganze Sache am 6.Dezember starten sollte und das es da als Nurmotorradfahrer evtl. etwas ungemütlich werden könnte. Hatte er mich doch irgendwann im August gefragt und da sah die Motorradfahrerwelt noch Himmelblau aus.
Ok aber man is ja Wintertechnisch bestens ausgestattet und so ging´s dann Freitagnachmittag, nach der Maloche, erstmal richtung Mühlacker zum Mecki. Die ersten 200 Km waren dann auch relativ unspektakulär, weil nur knapp unter Null, aber trocken. Doch das sollte sich ändern! Und zwar gründlich!

 Etwa höhe Worms,auf der A61 fing´s plötzlich aber nicht unerwartet, (weil ich eigentlich immer wenn ich mit´m Moped zu den Defenders fahre den Arsch gewaschen kriege) aber mal so richtig an zu kübeln. Nach einigen Kilometern kam mir die Raststätte Wonnegau gerade recht, weil tanken mußte ich eh und Hunger hatte ich auch. Vielleicht würde ja auch ein Wunder geschehn und der Wolkenbruch würde sich verziehn. Wollte er aber nicht! Naja dachte ich mir, ruf doch mal den Mecki an und frag wie´s bei ihm denn so aussieht. Seine Antwort war: Trocken und es sieht nicht so aus als sollte sich daran heute noch etwas ändern!
Gut, also Arschbacken zusammengekniffen und wieder rauf auf´s Moped. Nach 50m noch auf der Raststätte wieder umgedreht und abgestiegen, weil just in dem Moment der Wettergott beschloßen hatte nochmal ne Schippe draufzulegen und die ganz große Schleuse zu öffnen. Nach nochmal ca. 20 Minuten ging´s dann aber wieder einigermaßen und ich machte mir dank Meckis Info Hoffnungen das es ja irgendwann mal trocken werden würde. WURDE ES ABER NICHT!!!!! Ungefähr ab Bruchsal bekamen meine Stiefel erste Leckagen und bei Bretten brachen alle Dämme und ich hatte Aquarien an den Füßen.


Ok, aber es mußte ja irgendwann Verdammt nochmal aufhören! TAT ES ABER NICHT!!!!! Aber aller Scheiß hat ja bekanntlich mal ein Ende und so kam ich irgendwann mal an. Auf meine Frage wann denn die große Feuerwehrübung stattgefunden hätte, weil ich mir unmöglich aufgrund seiner Aussage das viele Wasser auf der Straße erklären könnte, erwiderte Mecki merkwürdigerweise leicht amüsiert das es halt irgendwann mal ziemlich dunkel wurde und dann wurde es naß. DER SACK! Anstatt mich zu bedauern oder wenigstens meinen Heldenmut gebührend zu würdigen machte der sich auch noch über mich lustig. Aber warte nur! Wenn nur einer der Flüche, die ich während der Fahrt ausgesoßen habe wahr wird, dann wird sein Leben nurnoch halb so lustig sein!


Es wurde dann ausgemacht das wir am nächsten Tag zu Polo nach Pforzheim fahren und ich mir da erstmal Stiefelstulpen kaufen würde, damit ich wenigstens Sonntag trockenen Fußes heim kommen würde. Was auch tatsächlich eintraf, weil´s auf der Rücktour nicht ein Tröpfchen vom Himmel regnete!Knurr!!!
Abends ging´s dann zusammen mit einigen Defenders, den Dirty Fingers, und anderen Gästen in einem gemieteten Kleinbus nach Stuttgart zum Konzert. (Auf diesem Wege nochmal dank an die Fingers für die klasse Organisation!)
Und was soll ich sagen? Klasse war´s! Vorbands waren Danko Jones, und Saxon! Bis auf die Tatsache das Saxon definitiv zu wenig Spielzeit hatten waren beide Bands einfach nur spitze!


Aber dann kam´s...MOTÖRHEAD!!!! Meine Fresse waren die Geil! Mecki und mich hielt´s irgendwann nicht mehr und wir mußten einfach nach vorne. Auf`m weg dorthin kamen wir an einem amtlichen Moshpit vorbei und kamen überein das wir dort doch etwas verweilen könnten und am munteren treiben ein wenig teilhaben könnten. Junge ging´s da ab! Besonders angetan hatten´s uns ein paar Jungprolls, die meinten mit nacktem Oberkörper ihre Muckis gebührend zur geltung kommen zu lassen.
Also auf sie mit Gebrüll und tatsächlich, nach hartem aber fairen Ringen schafften wir es die Jungs niederzuhalten. Mecki sprach später dann genau das aus was ich auch dachte. "Alter war das mal wieder geil! Denen haben wir´s mal so richtig gezeigt, von wegen was alte Säcke wie wir doch noch drauf haben. Aber nur gut das die uns morgen nicht sehn wenn der Muskelkater losgeht!"


Nach dem Konzert ging´s dann wieder per Kleinbus weiter zur Winterparty vom Cry for Liberty MC.
Dort angekommen guckte erstmal unser, bis dato eigentlich recht gut gelaunter Busfahrer, ziemlich sparsam aus der Wäsche, weil das Clubgelände doch recht ländlich mitten auf´m Acker liegt. Kurz gesagt, der Weg war schmal und die Wendemöglichkeit doch recht begrenzt. Aber mithilfe von tüchtigem schieben und freundlich gemeinten Ratschlägen wohin er denn jetzt lenken könne, kam der gute Mann dann doch noch wieder raus.


Wir also erstmal die Theke geentert und ordentlich Wodka-Cola (ich) bzw. Jacky-Cola (Mecki) in den Hals geschüttet. Da wir auch schon wärend der Fahrt zum Konzert und auch auf´m Konzi ordentlich gebechert hatten, war auch die richtige Trinklaune vorhanden. HIMMEL war ich irgendwann voll!!!
Gottseidank hatten die ein Tippi auf dem Platz aufgebaut, in dem ein gemütliches Feuer brannte und das mit Stroh, Sicherheitfantiker jetzt bitte nich weiterlesen, ausgelegt war. Ich also auf allen vieren da reingekrabelt um ein wenig Bubu zu machen. Ich jedenfalls fand die Idee grandios...das Pärchen das in dem Ding grade tüchtig aneinander am schrauben war eher weniger. Egal, mir war´s wurscht und so hab ich erstmal selig geschlummert, allerdings nur so lange bis das Feuer runtergebrannt war.


Zu meiner Rettung fiel mir ein das ja eigentlich die liebe Nina (Meckis bessere Hälfte!) uns ja eigentlich um 4 Uhr abholen wollte. Ein Blick auf die Uhr sagte mir das es bereits nach 4 war. Also Handy gezückt und angerufen. Am anderen Ende meldete sich eine hörbar verschlafene Nina (Bussi an dieser Stelle!) und sagte mir das sie sich auf den Weg machen würde. Ich also auf allen vieren wieder raus aus dem
Zelt und mit viel Mühe wieder auf die Beine gestellt. Torkelnden Schrittes und dadurch bedingt auf reichlich verschlungenen Wegen fand ich irgendwann Mecki wieder und erzählte ihm das Nina denn nun auf´m Weg sei. Diese traf auch recht flott ein und so ging es an den Heimweg. Nina (die Gute) meinte dann auch ganz Stewardes, das wenn irgendwer Kotzen müßte man sie doch bitte früh genug informieren solle. Kaum gesagt meinte ich auch schon das der Moment gerade dafür günstig sei. Also
erstmal eine ordentliche Straßenpizza fabriziert und darüber gewundert was denn jetzt für so viel Heiterkeit im Auto sorgt. Albernes Pack!


Sonntagmittag 12.49 Uhr: Augen auf, verdammt wo bin ich...ach ja bei Nina und Mecki auf´m Sofa! DURST!!!!!! Auf Socken Richtung Küche, kurzer Zwischenstop an der Toilette zweck´s Wasserlassen.
Ah da steht sie, die Colaflasche meiner Träume! Glas aus´m Schrank, eingeschüttet und nen richtig tüchtigen Schluck genommen! Große Augen kriegen und über den merkwürdigen Geschmack wundern.
Dann kommt sie, die ERKENNTNISS!!! Verdammt Mecki hatte sich als Wegzehrung ja noch ne Flasche Wodka-Cola mixen lassen. Wutanfall bekommen und erstmal tüchtig losmotzen. Was komischerweise bei Mecki wieder einen Heiterkeitsausbruch hervorruft. Der ARSCH!!!!


Also wieder mit ordentlich Standgas auf´s Sofa und wieder eingeratzt. Das Ende vom Lied war das ich erst deutlich später als geplant vom Hof gerollt bin.
Aber was soll ich sagen? Es war einfach ein richtig geiles Wochenende!
Auf diesem Wege meinen beiden Freunden Nina und Mecki ein RIESIGES DANKESCHÖN für die immerwieder grandiose Gastfreundschaft!!!!! Ihr seit klasse!!!
Sollte Motörhead nächstes Jahr wieder im Dezember bei euch gastieren, ich bin mit Sicherheit dabei!